Podiumsdiskussion „Geflüchtete in der öffentlichen Wahrnehmung“

Die Diskussion lieferte einen Beitrag zur aktuellen öffentliche Debatte rund um das Thema Flucht und Migration. Die aktuelle Fluchtbewegung dominiert die Medien und die öffentliche Diskussion. Der Ton der Berichterstattung hat sich stark gewandelt – die Migrationsbewegung wird als „Flüchtlingswelle“ oder „Flüchtlingsflut“ betitelt. Diese Begrifflichkeiten bauen eine Bedrohung auf – eine Bedrohung durch eine nicht zu bewältigende Masse an Menschen, die unsere Sozialsysteme und auch unsere Gesellschaft in Gefahr bringen könnten. Diese transportierten Bilder wirken sich auf die öffentliche Diskussion aus – es scheint zwischen den Extremen der offenen „Willkommenskultur“ und einem Ruf nach der „Festung Europa“ kaum noch ein sachlicher Diskurs möglich.

Die Diskussion erfasste ob der Breite der Thematik viele Aspekte – vom Vergleich zu früheren Migrationsbewegungen, über Fragestellungen des Feminismus im Lichte der aktuellen Ereignisse bis hin zu der zum Teil aggressiv geführten Debatte im anonymen Raum Internet.

Die medial aufgebaute Drohkulisse scheint unberechtigt, wie Kilian Kleinschmidt ausführte: „Flucht ist das beste Beispiel für Solidarität: den absoluten Großteil der Geflüchteten haben die Armen dieser Welt aufgenommen. Nicht wir hier in Europa.“

Die aktuelle Entwicklung wird unsere Gesellschaft zweifelsohne vor eine Herausforderung stellen – aber es ist eine Entwicklung, die bewältigbar ist. Die auf Zuspitzung ausgerichtete Berichterstattung schadet der Bewältigung eher, als dass sie ihr zuträglich ist.

Am Podium diskutierten

Kilian Kleinschmidt – Berater der österreichischen Bundesregierung

Assimina Gouma – Migrationsforscherin an der Universität Wien

Wolfgang Otter – ehem. Mitglied train of hope

Moderation

Sabine Eisenführer – Wirtschaftspolitische Akademie

  • Date: 19. January 2016